Was ist eine Risikolebensversicherung?

Die Risikolebensversicherung dient in erster Linie der finanziellen Hinterbliebenenabsicherung. Stirbt die versicherte Person während der Versicherungsdauer, bekommt der im Vertrag genannte Begünstigte die vereinbarte Versicherungssumme ausbezahlt.

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Alle Lebensversicherungen, Kapitallebensversicherung, fondsgebundene Lebensversicherung und Risikolebensversicherung, werden über einen bestimmten Zeitraum, die Versicherungsdauer, abgeschlossen. Alle drei Varianten zahlen die vereinbarte Todesfallleistung an den Begünstigten aus, wenn die versicherte Person während der Versicherungsdauer verstirbt. Die Kapitallebensversicherung und die fondsgebundene Lebensversicherung beinhalten in der Prämie neben dem Risikoanteil auch einen Sparanteil. Am Ende der Vertragslaufzeit wird das angesparte Kapital an den „Begünstigten im Erlebensfall“ ausgezahlt. Die Risikolebensversicherung ist gegenüber den beiden anderen Varianten deutlich günstiger, da der Beitrag nur aus der Risikoprämie besteht. Dafür erhält der Versicherungsnehmer nach Ablauf der Versicherungsdauer, sofern kein Leistungsfall eingetreten ist, auch keine weitere Leistung.

Es gibt bei der Risikolebensversicherung vier mögliche Beteiligte:

  • Versicherungsnehmer
  • Versicherte Person
  • Beitragszahler
  • Begünstigter im Todesfall

Diese können, müssen aber nicht identisch sein. Einzig die versicherte Person und der Begünstigte im Todesfall müssen zwangsläufig unterschiedliche Personen sein. Davon abgesehen ist jede andere Konstellation denkbar.

Bezüglich der Laufzeit und der Beitragszahlungsdauer gilt ebenfalls, dass Abweichungen möglich sind. Die Versicherungsdauer kann 15 Jahre betragen, die Beitragszahlungsdauer dagegen nur zehn Jahre. Es ist auch möglich, eine Risikolebensversicherung gegen Einmalbeitrag abzuschließen. Mögliche Laufzeiten betragen in der Regel zwischen zwei und 50 Jahren. Der Versicherungsnehmer kann die Beitragszahlung allerdings jederzeit einstellen, der Versicherungsschutz erlischt dann. Die Versicherungsgesellschaft hat nur den Anspruch auf die erste Jahresprämie.

Bei der Tarifierung bieten die Unternehmen drei Varianten an, um die unterschiedlichen Anforderungen der Versicherungsnehmer bestmöglich abzusichern. Für diejenigen, die eine reine Hinterbliebenenversorgung suchen, bietet sich ein Tarif mit gleichbleibender Versicherungssumme an. Wer dagegen eine Baufinanzierung absichern möchte, ist mit einem annuitätisch fallenden Tarif besser bedient. Hier fällt die Versicherung analog zur verbleibenden Restschuld. Das sinkende Leistungsrisiko des Versicherers schlägt sich gegenüber einem Tarif mit gleichbleibender Summe in günstigeren Prämien nieder. Neben der annuitätisch fallenden Versicherungssumme gibt es auch noch Tarife mit linear fallender Summe.

Die Versicherer arbeiten mit den Kundengeldern. So kommt es, dass auch eine Risikolebensversicherung einen kleinen Gewinn erwirtschaftet, sofern sie nicht durch den Todesfall der versicherten Person zur Auszahlung kommt. Diese Gewinne kommen durchaus auch den Versicherungsnehmern zugute. Für die Verwendung stehen drei Varianten, abhängig von der Versicherungsgesellschaft zur Auswahl:

  • Die Gewinne werden angesammelt und am Ende als kleine Rückzahlung an den Versicherungsnehmer zurückerstattet.
  • Die Gewinne werden verwendet, um die Versicherungssumme im Todesfall zu erhöhen.
  • Der Bruttobeitrag wird sofort um die vermutlich anfallenden Gewinne gekürzt. Der Beitragszahler entrichtet nur den Nettobeitrag. Fallen die Gewinne jedoch niedriger aus als erwartet, kommt es zu einer Beitragserhöhung. Diese übersteigt aber niemals den vertraglich vereinbarten Bruttobeitrag.