Was muss man bei einer Risikolebensversicherung beachten?

Bei einer Risikolebensversicherung sind sowohl inhaltliche als auch vertragliche Dinge zu beachten.

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Vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung sollte sich der Versicherungsnehmer genau überlegen, welche Tarifvariante am besten für ihn geeignet ist. Wer seine Hinterbliebenen versorgt wissen möchte, greift auf einen Tarif mit statischer Versicherungssumme zurück. Wer ein Darlehen für den Fall des Todes absichern möchte, ist mit einem Vertrag mit annuitätisch fallender Versicherungssumme besser bedient. Vor Abschluss des Vertrages gilt es auch zu prüfen, wie hoch der Versicherungsnehmer die Versicherungssumme ansetzen muss. Bei einer Finanzierung liegt dies auf der Hand, die anfängliche Versicherungsleistung entspricht der anfänglichen Darlehenssumme.

Bei der reinen Hinterbliebenenabsicherung sollte der Antragsteller zum einen den Anspruch der Hinterbliebenenrente berücksichtigen, als auch den Zeitraum, für den der Kapitalstock ausreichen muss. Sind die Kinder noch kleiner, dauert es länger, bis der überlebende Elternteil wieder Vollzeit arbeiten kann. Sind die Kinder schon größer, bleibt die Frage, ob das Studium mitfinanziert werden soll – immerhin fällt ein Verdiener in der Familie aus.

Ein weiterer Punkt ist die steuerliche Ausgestaltung. Grundsätzlich fällt auf die Versicherungsleistung keine Einkommenssteuer an. Gerade bei unverheirateten Paaren oder entfernten Verwandten spielt es jedoch in Bezug auf die Schenkungs- und Erbschaftssteuer eine entscheidende Rolle, wer als Versicherungsnehmer und Beitragszahler auftritt. Ist die versicherte Person auch Beitragszahler und Versicherungsnehmer, muss der Begünstigte für den Todesfall auf die Versicherungsleistung unter Umständen Schenkungssteuer entrichten (siehe auch „Erbe bei Risikolebensversicherung“). Der Begünstigte im Todesfall sollte auch Versicherungsnehmer und Beitragszahler sein. So umgeht er die Besteuerung auf jeden Fall.

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Bezüglich der vertraglichen Verpflichtungen ist die „vorvertragliche Anzeigepflicht“ zu beachten. Der Versicherer stellt den Versicherungsschutz auf die Beantwortung der Gesundheitsfragen zum Zeitpunkt der Antragstellung ab. Kommt es in der Zeit zwischen Antragstellung und Versicherungsbeginn zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes der versicherten Person, muss der Versicherungsnehmer die Versicherungsgesellschaft darüber informieren. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes gilt, dass die Gesundheitsfragen im Antrag penibel beantwortet werden müssen. Stellt sich im Leistungsfall heraus, dass die Angaben nicht den Tatsachen entsprachen, beispielsweise eine Vorerkrankung verschwiegen wurde, entfällt der Versicherungsschutz. Ab bestimmten Versicherungssummen ist die Beantwortung erweiterter Gesundheitsfragen beziehungsweise eine ärztliche Untersuchung notwendig. Das alles kann auch bei Risikolebensversicherungen ohne Gesundheitsprüfung umgangen werden.

Wer sich scheiden lässt, sollte in der Police nachschauen, wer als Begünstigter für den Todesfall eingetragen wurde. Lautet der Passus in der Risikolebensversicherung lediglich „Ehepartner“, kann es sein, dass die Versicherungsleistung an den zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Ehepartner ausgezahlt wird. Die Rechtssprechung hat mehrfach in dieser Richtung entschieden.
In Bezug auf die Laufzeit ist es nicht zwingend notwendig, dass die Beitragszahlungsdauer mit der Versicherungsdauer identisch ist.