Wie funktioniert eine Risikolebensversicherung?

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Eine Risikolebensversicherung wird nur auf den Tod der versicherten Person abgeschlossen. Tritt dieser während der Vertragslaufzeit nicht ein, ist der Vertrag hinfällig.

Bei einer Risikolebensversicherung handelt es sich, wie beispielsweise bei einer KFZ-Haftpflichtversicherung, um eine reine Risikopolice. Tritt der vereinbarte Versicherungsfall nicht ein, war die Prämie umsonst gezahlt. Die Beitragszahlungsdauer kann von der Versicherungsdauer abweichen. Ein Einmalbeitrag ist ebenfalls in einigen Fällen möglich. Erfolgt die Beitragszahlung nicht monatlich, sondern viertel-, halb- oder jährlich, gewähren die Versicherer einen Beitragsnachlass.

Die Laufzeit kann zwischen zwei Jahren und bis zu 50 Jahren, abhängig von der jeweiligen Gesellschaft, betragen. Der Beitrag ermittelt sich aus verschiedenen Faktoren. Dazu zählen das Eintrittsalter der versicherten Person, die Versicherungssumme, die Laufzeit und die Frage, ob die versicherte Person Raucher ist.

Allerdings fragt der Versicherer im Rahmen der Antragstellung auch den Gesundheitszustand der zu versichernden Person ab. Bei gravierenden Vorerkrankungen kann es zu einem Risikozuschlag auf die Prämie kommen. Ab einer Versicherungssumme von in der Regel 250.000 Euro muss die versicherte Person erweiterte Gesundheitsfragen beantworten. Ab einer Summe von 500.000 Euro ist eine ärztliche Untersuchung notwendig.

Die Versicherer bieten unterschiedliche Tarifierungskonzepte an. Klassisch ist ein Tarif, der über die gesamte Laufzeit hinweg dieselbe Versicherungssumme bietet. Alternativ dazu gibt es Verträge, bei denen die Versicherungssumme im Laufe der Zeit sinkt. Diese dient in erster Linie der Absicherung von Tilgungsdarlehen.

Auch wenn es sich bei den Beiträgen um eine reine Risikoprämie handelt, erwirtschaften die Versicherer damit einen Gewinn. Für die Gewinnverwendung gibt es auch wieder unterschiedliche Ansätze. Die Gesellschaft weiß aus der Erfahrung, wie hoch die Gewinne ausfallen, und kürzt die Bruttoprämie von Beginn an um diesen Betrag. Der Beitragszahler leistet jetzt nur noch die Nettoprämie. Diese ist allerdings nicht garantiert. Verschlechtert sich die Ertragslage, kann der Beitrag ansteigen. Dies ist aber nur bis zur Höhe der ursprünglichen Bruttoprämie möglich.

Eine andere Option sieht vor, dass die Gewinne dazu verwendet werden, die Todesfallleistung im Schadensfall heraufzusetzen.

Als dritte Variante, die allerdings nur noch selten Anwendung findet, stehen Tarife zur Verfügung, welche die aufgelaufenen Gewinne am Ende der Vertragslaufzeit, wenn es zu keiner todesfallbedingten Leistung während der Laufzeit kam, ausschütten.

Risikolebensversicherungen können um zwei Komponenten ergänzt werden. Die eine Komponente beinhaltet eine Beitragsfreistellung bei Berufsunfähigkeit der versicherten Person. Die Beitragsfreistellung kann noch um eine Berufsunfähigkeitsrente erweitert werden.